Nester hängen lassen!

Unsere Vögel brauchen Schutz! Viele "Hausbrüter" wie Spatzen und Schwalben sind mittlerweile stark gefährdet! Dennoch werden immer wieder Brutstätten von Vögeln wegen übertriebenen Hygienebedürfnissen entfernt. Dies ist nicht nur problematisch für die Arterhaltung, sondern das Entfernen von Nestern und Vogelbauten sowie das Stören der Ruhe- und Aufzuchtorte dieser Tiere ist nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz sogar verboten! Besonders streng geahndet wird das Entfernen von Schwalbennestern, Nestern von Dohlen, Haussperlingen und Mauerseglern an den Häusern. Ist ein Entfernen der Nester notwendig geworden, muß umgehend Ersatz geschaffen werden. Kunstnester bekommen Sie im einschlägigen Fachhandel. Klären Sie freundlich Ihre Nachbarn auf und weisen Sie auf den besonderen Status unserer heimischen Vögel hin!

Kleine Hilfe: Brettchen unter die Nester zu montieren hilft vor größerer Verschmutzung. Mit einem Hochdruckreiniger bekommt man die Schmutzflecken meist weg. Gute Ergebnisse erzielt man auch nur mit Schrubber, einem milden Reiniger und Wasser.

Probleme bereiten oft Dohlennester in Kaminen. Hier kann die Schornsteinreinigung ein einfaches Gitter über dem Schornstein montieren. Sollten jedoch Vogeljunge im Kamin gefunden werden, werfen Sie diese bitte nicht fort. Es gibt genügend Stellen, die sich liebevoll um die Vogelkinder kümmern. Sollten Sie ein mit Jungvögeln besetztes Nest aus dem Schornstein oder einer Stelle im Gebäude holen, rufen Sie bitte das nächste Tierheim an, die Feuerwehr oder die Tierrettung. Die kümmern sich um die Vögel und Sie können ohne Zeitverlust mit Ihrer Arbeit fortfahren.

 


 

Hecken und Bäume nicht zwischen dem 1. März und dem 30. September schneiden!

Laut dem Bundesnaturschutzgesetz §39 ist ein starkes Zurückschneiden von Hecken und Bäumen in diesem Zeitraum ohnehin untersagt und kann mit Bußgeld geahndet werden. Formschnitte und Pflegemaßnahmen sind hingegen erlaubt. Durch Formschnitte bspw. wird zwar nicht zwansgläufig das Nest zerstört, dennoch können sie zum Tod der Jungtiere führen. Fühlen sich die Elterntiere nämlich zu sehr gestört (das kann mitunter schnell gehen), geben sie das Nest und die Küken auf. Falls Sie zum Schneiden von Hecken und Bäumen im Zeitraum März-September gezwungen sind, vergewissern Sie sich unbedingt, ob dadurch die Brut einer Vogelart gestört werden könnte.

 

 

 


 

Auch im Sommer füttern!

Fakt ist, dass in den vergangenen drei Jahrzehnten die Biomasse der Insekten um 75% zurückgegegangen ist. Gleichzeitig finden vegetarische Vogelarten kaum noch Sämereien durch  Flurbereinigung, Monokulturen und artenarme Gärten. Den Vögeln fällt es also nicht nur im Winter schwer, satt zu werden. In dieser Zeit führt eine Sommerfütterung nachweislich zu einer höheren Absprungrate der Jungtiere. Kritiker befürchten jedoch, dass die Elterntiere ihre Jungen mit dem zur Aufzucht ungeeigneten Futter aus Menschenhand großziehen. Dem wiederspricht der Ornithologe Peter Berthold. Er fand heraus, dass es lediglich die Elterntiere sind, die am Futterhäuschen Energie tanken, um dann auf die Jagd nach Insekten für die Küken zu gehen. Wir raten also dringend zu einer ganzjährigen Fütterung! Alternativ können Sie Ihren Garten in ein kleines Vogel- und Insektenparadies verwandeln. Tipps und Tricks finden Sie hier.

 

 

 


 

Fensterschlag vermeiden!

Reflektierende Fensterscheiben, die eine freie Flugbahn simulieren, sind ein gravierendes Problem. Jedes Jahr gehen durch Fensterschlag die Verluste von Vogelleben in die Hunderttausende. Oftmals sind es Genickbrüche oder schwere Verletzungen, die qualvoll und tödlich sind, oder die Schutzlosigkeit vor Beutegreifern, wenn das Tier benommen auf dem Boden sitzt.

Im Handel erhältliche Greifvogel-Aufkleber für Fenster bringen leider nichts. Da ist es hilfreicher Fliegennetze vor die Fenster zu hängen, mit Windowcolour kreativ zu werden oder den Birdpen auszuprobieren, der für den Mensch kaum sichtbar ist (Achtung: Birdpen hilft nicht allen Vogelarten, da manche nicht UV-sichtig sind). Weitere Informationen zum Thema Vogelschlag finden Sie auf der Webseite des BUND.

 

 

 


                                                                                                                                                                                                                                                                                                                     

Brutmöglichkeiten schaffen!

Vielen Vögeln fällt es mittlerweile schwer einen geeigneten Brutplatz in einer ausgeräumten Landschaft zu finden. Sie können die Tiere mit Brutkästen, beispielsweise von Schwegler (etwas teurer, dafür extrem langlebig und auf individuelle Bedürfnisse angepasst), unterstützen. Achten Sie beim Anbringen darauf, dass die Einflughöhle in Richtung Osten zeigt, dass er katzensicher aufgehängt ist und hinsichtlich der Höhe auf die Bedürfnisse der zukünftigen Bewohner zugeschnitten ist. Im Herbst empfiehlt es sich, die Nistkästen einmal gründlich zu säubern und zu desinfizieren (alte Nester raus!). Parasiten können sich sonst in ihnen sammeln und im Folgejahr die Nestlinge befallen.

 

 

 

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