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Erste Hilfe

Sie haben einen Vogel gefunden? Ist er verletzt oder die Ursache der Schwäche unbekannt, sollten Sie zuerst zum vogelkundigen Tierarzt mit dem Tier gehen. Dort bekommt der Vogel schnelle Hilfe. Gerne können Sie uns auch anrufen, wir helfen Ihnen weiter mit Rat und Tat.

 

Einfache Hilfen:

Adulte (erwachsene) Vögel fliegen oft gegen eine Glasscheibe – man hört einen dumpfen Knall vom Aufprall. Der Patient liegt dann meist unterhalb der Aufprallstelle, die man an einigen Federchen, die an der Scheibe kleben, oder an einem Körperabdruck gut erkennen kann.

Häufig genügt es, verunfallte Vögel in eine Pappschachtel (Luftlöcher nicht vergessen!) ruhig, warm und dunkel zu legen und einige Minuten bis eine Stunde abzuwarten. Liegen keine Verletzungen vor, tobt der Vogel bald in seiner Kiste und kann fliegen gelassen werden. Bitte die Flugfähigkeit nicht in einem Raum ohne zugezogene Gardinen ausprobieren, denn sonst fliegt das Tier gegen die Scheibe und verletzt sich erneut!

Nester: versehentlich beschädigte oder von Unwetter etc heruntergerissenen Nistgelegenheiten kann man versuchen wieder herzurichten und neu an einem ähnlichen Standort in der direkten Nähe zu fixieren. Die Bindung der Elterntiere an ihre Brut ist meist stark genug, dass die Manipulationen hingenommen werden und Jungvögel weiterhin versorgt werden.

 

Der Vogel muss zum Tierarzt – wer kann helfen

Zunächst sollte man den eigenen Haustierarzt oder ortsansässigen Tierarzt anrufen und nachfragen, ob er Wildvögel behandelt. Nicht jeder Tierarzt kann das und wird ggf. zu einem entsprechenden Kollegen verweisen.

Günstig ist es, den tierärztlichen Rat so früh wie möglich einholen um eine Verschlechterung der Symptome zu vermeiden. Sollte sich eine ärztliche Behandlung als nicht notwendig herausstellen – um so besser.

Auch sollte der Tierarzt konsultiert werden, wenn es um die Entscheidung geht, das Tier zu erlösen. Das Einschläfern darf nur von ihm vorgenommen werden. Dabei muss immer zum Wohle des Vogels gehandelt werden, was individuell abzuklären ist.

Schwere der Verletzung, Stärke der Schmerzen, Möglichkeit der Unterbringung in angemessener Dauerpflege und Erhaltung der Lebensqualität entscheiden über die weitere Vorgehensweise.

 

Erste Hilfe – was kann ich selber tun

Bewusstlosigkeit durch Trauma

z.B. nach einem Anflug gegen eine Scheibe liegen die Vögel oft verkrümmt am Boden. Der Körper kann sich schlaff anfühlen oder krampfen. Der Kopf kann verdreht und die Augen halb geschlossen sein. Auf äußere Reize reagiert der Vogel nicht oder nur schwach. Eventuell sind Verletzungen oder Blutungen sichtbar. Starke Blutungen haben bei der Behandlung vorrang.

Fehlen sie, wird der Patient in eine angemessene große Schachtel, in die man ausreichende Luftlöcher gestochen hat, oder Transportbox gesperrt (kein Käfig!) und an einen warmen, dunklen und ruhigen Ort gebracht.

Liegen keine schweren Verletzungen vor, erholt sich der Patient innerhalb von Minuten bis 1-2 Stunden vollständig. Erkennbar wird es daran, dass der Vogel in seinem Behälter randaliert. Ist es soweit, geht man mit dem Karton nach draußen und öffnet den Deckel. Der Vogel wird erbost schimpfend davonfliegen. Erholt sich der Patient nicht in der angemessenen Zeit, muss er schnellstens zum Tierarzt gebracht werden.

Blutungen

Kleine Blutungen können mit Eisen-3-Chlorid gestillt werden. Dazu taucht man ein Wattestäbchen in die Lösung und presst sie vorsichtig auf die Wunde. Manchmal reicht schon die Kompression alleine aus.

Blutungen aus dem Schnabelhorn oder Krallenspitze werden mit leicht angefeuchteter Seife behandelt. Dabei die Stelle nach kurzer Untersuchung mit der Seife betupfen.

Blutungen aus tief abgerissenen Federkielen hören sofort auf, wenn der restliche Kiel (bei kleinen Vögeln mit der Pinzette) gezogen wird.

Größere blutende Stellen werden abgedeckt und leicht komprimiert. Dann schnellstens zum Tierarzt, es besteht Verblutungsgefahr!

Wunden

Bei der Versorgung von Wunden haben starke Blutungen, bzw. schwere Allgemeinstörungen wie Bewußtseinstrübung vorrang! Liegen sie nicht vor, kann die Wunde gesäubert werden mit einem Wattestäbchen und Wasserstoffsuperoxydlösung. Fremdkörper mit einer sauberen Pinzette entfernen. Verklebte Federn vorsichtig auseinanderzupfen. Desinfektion mit Jodtinktur.

Größere bzw. tiefere Wunden müssen immer tierärztlich behandelt werden!

Besonderes Augenmerk bei Wunden an Flügeln und Beinen richten! Hier kann auch ein offener Bruch vorliegen, was tierärztlich abgeklärt werden muß.

Verletzungen durch Raubtiere und Greifvögel

Hier muss auf jeden Fall ein Tierarzt konsultiert werden, denn das Infektionsrisiko ist zu hoch und muss mittels einer Antibiose behandelt werden. (siehe auch Kapitel Wunden)

Verletzungen der Gliedmaßen sind erkennbar daran, dass der Vogel assymetrisch erscheint: z.B. ein Flügel hängt oder steht ab, ein Bein wird nicht oder kaum belastet, sowie an Verdickungen, Verfärbungen und Funktionsverlust.

Zur Abklärung ist ein Tierarzt aufzusuchen.

Überhitzung

z.B. nach Verfliegen auf heiße Dachböden oder Gewächshäuser. Der Vogel ist bewusstseinsgetrübt, keucht, atmet mit weit geöffnetem Schnabel, die Schwingen werden vom Körper angespreizt, er ist apathisch und schwach.

Den Vogel vorsichtig an einen kühlen Ort bringen, eventuell mit einer Blumenspritze (sauberes Wasser!) besprühen. Wasser tropfenweise an den Schnabelrand geben. An einem ruhigen, kühleren und dunklen Ort erholen lassen.

Unterkühlung

z.B. durchnässt nach einem Unwetter

Das Tier ist schwach, zittert, plustert stark sein Gefieder auf. Den Patienten langsam erwärmen, z.B. durch eine mit warmem Wasser gefüllte Wärmeflasche. Den Vogel nicht direkt auf die Heizquelle setzen, immer ein dickes Handtuch drunter legen.

Geht es ihm besser, wird er wieder munter und das Gefieder glatter.

Verbrennungen

Betroffene Partie sofort unter kaltes Wasser halten, eventuell lokal Eiswürfel auflegen, aber nicht länger als max. 20 Minuten. Sind Wunden entstanden, diese sofort von einem Tierarzt behandeln lassen.

Verätzungen und Verschmutzungen

Soviel wie möglich von der Substanz entfernen. Ist die verursachende Substanz bekannt (wasserlöslich, fettlöslich?) mit fließendem Wasser abspülen, eventuell unter Zugabe von Spülmittel. Hartnäckige Fette zuerst mit Salatöl anlösen. Abwechselnd waschen und wieder einölen.

Das letzte Bad muss immer mit klarem Wasser erfolgen. Nicht zu reinigende Federn ggf. vom Tierarzt entfernen lassen.

Achtung: die Vogelhaut ist sehr dünn und resorbiert schnell. Daher können allgemeine Vergiftungserscheinungen auftreten. Hier ist der Tierarzt aufzusuchen, Quelle der Vergiftung mitnehmen.

                                                                                                                                                                                                         

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  
                                                                    

 

 

 

 

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