Es ist mal wieder an der Zeit, an Euch alle einen herzlichen Weihnachtsgruß zuzusenden. Wie immer vergeht die Zeit viel zu schnell, besonders in den letzten 3-4 Wochen. Eh man sich versieht, steht das Weihnachtsfest vor der Tür.
Wir können auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken. Anfang des Jahres versank in der Station alles im Matsch wegen dem vielen Regen. Das Begehen des hanglagigen Geländes war zum Teil nur mit Hilfe von Skistöcken möglich, damit man nicht ausrutschte.
Schnell wurde das Wetter aber besser und bescherte uns einen Hitzesommer ohnegleichen. Das Arbeiten war nicht immer angenehm; während andere Menschen im Freibad waren oder in klimatisierten Büros, durften wir bei der Versorgung der vielen Vögel heftig schwitzen. Einige Projekte, die im Sommer geplant waren, wie z.B. das Bauen neuer Großvolieren, mussten verschoben werden. Der Boden war zu hart, es war nicht möglich, ein vernünftiges Fundament herzustellen.
Am Ende des Sommers machte sich der Nahrungsmangel bei den jungen Amseln, deren Hauptfutter ja aus Regenwürmern besteht, bemerkbar. Viele juvenile Tiere kamen verhungert bei uns an. Auch adulte Amseln wurden geschwächt geliefert, vermutlich hat hier der Usutuvirus zugeschlagen.
Für große Aufregung sorgte die Umsetzung des erweiterten Arzneimittelgesetzes: es dürfen verschreibungspflichtige Medikamente - dazu gehören neben Antibiotika Schmerzmittel, Entwurmungsmittel und viele andere- nur noch in der Menge abgegeben werden, wie der erkrankte Vogel sie für die Behandlung benötigt. Eine Notfallapotheke kann man so nicht mehr halten. Bei einer Fallzahl von annähernd 1000 Tieren ein Unding in der Machbarkeit. Es ist schon so schwierig genug, für EINEN VOGEL zeitnahe einen Termin beim Tierarzt zu bekommen, für viele 100erte Vögel und das oftmals mehrmals täglich würde das nicht funktionieren. Wir haben eine Lösung gefunden: mit einem Tierarzt, der bereit ist, so oft die Woche vorbeizukommen, wie wir ihn benötigen.

Auch wenn wir versucht haben, die Vogelaufnahmen ein wenig einzuschränken, sind wir kläglich gescheitert. Jahr für Jahr gehen die Aufnahmezahlen stetig nach oben. Wären wir ein Wirtschaftsunternehmen, würde es uns blendend gehen! Immer wieder müssen auf dem Gelände noch ein paar Volieren oder Gehege aufgestellt werden, damit die Vögel tiergerecht untergebracht werden können.

Aus Beschlagnahmungen sind Tauben und Hühner bei uns gelandet. Besonders letztere suchen bei Gelegenheit ein gutes neues liebevolles Zuhause.

Seit August unterstützen uns Jannis und Sarah als Bundesfreiwillige und haben Pia, die ihre Ausbildung begonnen hat, abgelöst. Ohne diese fleißige Hilfe würden wir die viele Arbeit nicht schaffen. Im kommenden Frühjahr werden sie von einer dritten Bundesfreiwilligen unterstützt. Mit 4 Vollzeitkräften kann dann der notwendige Schicht- und Wochenenddienst besser durchgeführt werden. Unterstützt werden wir von über 20 aktiven Ehrenamtlern. Auch deren vielfältige Hilfen sind unentbehrlich. Trotzdem sind weitere ehrenamtliche Hilfen nötig. Wer Spass daran hat, die faszinierende Vogelwelt von Nahem kennenzulernen, ist hier richtig. Die Erlebnisse mit den Vögeln sind nicht mit Gold zu bezahlen.
Wer immer schon mal mit einem Kormoran Fangkunststücke üben, Schwalben das Fliegenfangen beibringen oder vielen Vogelkindern die immerhungrigen Schnäbel stopfen möchte, wird hier auf seine Kosten kommen.
Unsere Kreativgruppe war auch erfolgreich. Die Kalender, für die wir im Winter und Frühling gemalt haben, sind uns förmlich aus der Hand gerissen wurden. Wegen der Nachfrage mussten wir nachdrucken lassen und haben schon Anfragen für den nächsten Kalender 2020.

Daher kann ich abschließend nur noch mein herzliches Dankeschön aussprechen: an alle Mithelfer, die sich auch dann nicht unterkriegen lassen, wenn es mal "Vögel regnet", an die BUND Rhein-Sieg Geschäftstelle, die uns stets zur Seite steht und mit Rat und Tat unterstützt, an alle treuen Spender, die dafür sorgen, dass die Ausgaben nicht explodieren, an alle Carepakete-Spender, die uns mit praktischen Dingen versorgen und auch die Nervennahrung in Form von Schokolade und Eiscreme nicht vergessen, an all die Paten, die mit Ihrem finanziellen Einsatz ausgewählte gefiederte Gäste in der Station mit einer Patenschaft unterstützen, an alle Förderer, die dafür sorgen, dass neues Equipment angeschafft werden kann, an alle Mitstreiter in anderen Stationen und Pflegestellen, auf deren Hilfe und freundschaftlichen Austausch man sich verlassen kann. Und nicht zuletzt all diejenigen, die an der hilflosen Kreatur nicht vorbeigehen, sondern rettend die Hände ausstrecken.
Euch allen gebührt der größte Dank! Ohne Euch würde es die Wildvogelstation nicht geben. Es ist gut zu wissen, dass solch ein Mammutunternehmen auf viele Schultern gelastet werden kann.
In diesem Sinne wünsche ich Euch ein schönes Weihnachtsfest mit vielen kostbaren Momenten und einen guten Rutsch in ein erfolgreiches und hoffentlich friedliches Neue Jahr 2019!
Angelika Bornstein und das Team der Wildvogelhilfe Rhein-Sieg

Der stumme Frühling                                                                                         

Seit 1980 sind die Vogelbestände in Deutschland um 80% zurückgegangen und sie nehmen weiter in einer erschreckend beispiellosen Geschwindigkeit ab, sodass man vom Artensterben sprechen kann. Von einigen Vogelarten wie dem Star ist nur noch ein Viertel des Bestandes von vor 50 Jahren übrig, andere Vögel - wie der einst so alltägliche Hausspatz oder der Feldsperling sowie unsere Schwalbenarten - stehen auf der Vorwarnliste zur Roten Liste.

Vom Aussterben bedroht sind z.B. die einst bekannten Zaun- und Zippammern, auch die meisten Wildhuhnarten wie Rebhuhn, Haselhuhn, Auerhahn. Viele bodenbrütende Arten, wie Lerchen und Kibitze - einst häufige und volkstümliche Vögel-, sind aus den Landschaften verschwunden, in denen sie einst so zahlreich waren.

Die Liste der gefährdeten Vogelarten wird immer länger; alleine in Deutschland stehen über 100 mitteleuropäische Vogelarten auf der Roten Liste und gelten als stark gefährdet, mehr als 20 sind auf der Vorwarnliste und 15 sind mittlerweile ausgestorben.


 sehr seltener Wachtelkönig: durch Stacheldraht verletzt                         

In Not durch Menschenhand! Oft kommen Vögel durch Menschenhand direkt oder indirekt zu Schaden als sogenannte Zivilisationsopfer: industrialisierte Landwirtschaft als Hauptursache für das massenhafte Verschwinden, Fensterschlag, Stacheldraht, Straßenverkehr, Hauskatzen - das sind nur einige der von Menschen erzeugten Gefahren.

Wir wollen versuchen zu helfen, um das Vogelsterben im Rahmen unserer Möglichkeiten etwas zu bremsen. Wir bemühen uns, Ihnen zur Seite zu stehen, wenn Sie einen verletzten, kranken oder verwaisten Vogel gefunden haben oder Hilfe und Infos zum Thema Wildvögel benötigen.
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